
Verfolgt, aber nicht verlassen
In der Nähe von Delhi hat AVC ein Zentrum errichtet, das verfolgten Christen als sicherer Hort der Erfrischung, Stärkung und Ermutigung dient. Zuletzt konnte sich eine Gruppe von Pastoren mit ihren Familien – insgesamt 80 Personen – drei Tage lang hier aufhalten.
Vom Leid gezeichnet
Am ersten Tag des Treffens liegt etwas Schweres, Bedrückendes im Raum. So viele der Anwesenden kommen mit verwundeten Seelen. Über die Hälfte der Teilnehmenden wurde mehrmals von radikalen Hindus wegen ihres christlichen Glaubens brutal geschlagen, manche bis zur Bewusstlosigkeit. Viele von ihnen haben Tage, Wochen, ja sogar Monate im Gefängnis verbracht. Einige teilen ihre Erlebnisse.
Neuen Mut gefasst
Pastor Pradeep* musste mit seiner Familie sein Haus mitten in der Nacht verlassen. In ihrer Stadt hatten Extremisten die Meldung verbreitet, jemand habe eine Kuh geschlachtet – ein Tier, das im Hinduismus als heilig gilt. Daraufhin zogen viele Mitglieder radikal hinduistischer Kreise durch die Stadt und setzten Häuser in Brand. Aus Angst, auch sein Haus würde dem Mob zum Opfer fallen, brachte Pradeep seine Familie in Sicherheit.
Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, halfen wir ihm, an seinem Haus Kameras anzubringen: Er sollte Beweismaterial vorweisen können, falls jemand sein Haus angreifen würde. Der Pastor konnte inzwischen seine Angst überwinden und feiert wieder Gottesdienste. Doch er muss wachsam bleiben.
Gefängnis als Gebetserhörung
Pastor Nikhil* und seine Frau Nayab* fuhren immer wieder an einem Gefängnis vorbei und jedes Mal beteten sie: »Herr, dein Reich komme auch an diesen Ort.« An einem Sonntagmorgen während des Gottesdienstes drang ein Hindumob in ihre Gemeinde ein und verprügelte die Anwesenden. Dann wurde das Pastorenehepaar von der Polizei verhaftet und kam für fünf Monate wegen des Glaubens an Jesus Christus ins Gefängnis. Gott hatte ihr Gebet auf seine Weise erhört. »Wir freuten uns, ins Gefängnis zu gehen, weil wir so viel dafür gebetet hatten. Wir sahen es als Gelegenheit, das Evangelium hineinzubringen«, sagen Nikhil und Nayab. Der Heilige Geist wirkte mächtig durch sie und viele Häftlinge wurden Christen.
Die verfolgten Pastoren beten nicht, dass die Verfolgung aufhört. Sie bitten Gott vielmehr darum, dass sich dadurch Gelegenheiten bieten, das Evangelium unerschrocken zu verkünden. Verfolgung und Erweckung gehen Hand in Hand. Als wir den verfolgten Pastoren an unserem Treffen die Füße waschen, fließen die Tränen: Es ist Christus, der ihnen neu begegnet und ihre Herzen heilt.
* Namen geändert



