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Weltweit: Rückkehr ungewiss

Die Hinreise war mühelos – zurückzukehren ein Problem. Für manche AVC-Reisende wurde es beim Lockdown im Ausland brenzlig...

Daniel Hofer, Leiter AVC Schweiz 
Der Lockdown erwischte dich auf den Philippinen. Was war los?
Vor dem Einschlafen hörte ich die Nachricht, dass die philippinische Regierung den Lockdown verhängt hatte – Flughafen inklusive. Mein Flug nach Bangkok sollte anderntags weg. Ich sah mich schon für Wochen im Hotel festsitzen – unfähig, zu Hause meine Frau zu unterstützen, die eine Operation vor sich hatte. Sorgen krochen hoch.
Was hast du dann gemacht?
Ich kämpfte eine Weile mit mir selbst: Angst oder Vertrauen? Murren oder Danken? Dann sagte ich: »Gott, du hast die Kontrolle! Ich vertraue dir – und morgen werde ich fliegen!« Danach schlief ich tief und fest. Und mit einem der letzten Flüge konnte ich am nächsten Tag Manila verlassen.

Mario Mosimann, AVC-Repräsentant
Du sitzt in Juba (Südsudan) fest. Warum? (Das hier gekürzte Interview wurde live von Idea Spektrum aufgenommen)
Unterwegs im Niemandsland – ohne Internet – merkte ich nichts von der Grenzschließung. Als es mir klar wurde, konnte ich grad noch ein russisches Cargo-Flugzeug nach Juba schnappen! Dort checkte ich ein, doch dann schloss der Flughafen. Ich hockte da – fassungslos.
Wo schläfst du jetzt?
Seit vier Tagen bin ich in einem schäbigen Hotel mit Steinzeit-Internet und ständigen Stromausfällen. Ich versteinerte fast beim Uploaden einer Live-Stream-Message für Gemeinden, die ich hätte besuchen sollen. Es benötigte einen ganzen Tag!
Wie geht es jetzt weiter?
Die verschiedenen Botschaften haben bei der südsudanesischen Regierung Druck gemacht. Seit wenigen Minuten zeichnet sich nun ab, dass ich ein Ticket für den Flug nach Frankfurt erhalte. Sicher bin ich aber erst, wenn ich im Flugzeug sitze. (Acht Stunden später war es dann endlich soweit.)

Peter B., Länderverantwortlicher Projekte im Osten
Du hast am 9. März noch einen Flug nach Nepal riskiert. Warum?
Es gab wichtige Dinge zu tun. Eigentlich wollte ich anschließend nach Indien weiter – aber die Grenze war dicht. Ich betete, hatte den Eindruck, ich sollte nach Hause fliegen. Minuten später ploppte eine Nachricht aus Bhutan auf: »Bruder, sieh zu, dass du sofort nach Hause kommst!« Das war die Bestätigung; ich musste handeln.
Aber es folgte dann eine ziemliche Zitterpartie …
Ja, in Kathmandu wurde mein Flug umgebucht – in die Türkei. Dorthin konnte ich noch fliegen, weil die Schweiz noch nicht auf der schwarzen Covid-19-Liste stand. EU-Bürger blieben zurück. Über Nacht in Istanbul kam auch die Schweiz auf jene Liste. Am folgenden Tag flog nur ein Flugzeug in die Schweiz – und ich saß drin.