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sambia strassenhandel inhaltSambia: Straßenhandel

Zeitung gegen Buch. Diese Art von geistlich einträglichen »Tauschgeschäften« ist für ihn auf der Fahrt zur Arbeit zur Routine geworden.

Täglich kämpfe ich* mich auf dem Weg zu unserem Gemeindezentrum durch das Verkehrsgewühl – und pflege unterwegs Kontakte mit meinen Freunden am Straßenrand.

Freundschaft mit Zeitungsverkäufern
Sie stehen dort und verkaufen Zeitungen. Zumeist junge Leute, zum Teil verheiratet, zum Teil mit Kids. Sie bauen sich an strategischen Standorten auf. Vor dem Kreisverkehr, an Ampeln, dort, wo Staus zu erwarten sind. In der Dreimillionenstadt Lusaka sind kilometerlange Autoschlagen Alltag. Die meisten Zeitungsverkäufer stehen schon ab 5 Uhr morgens im Straßenlärm, in Staub- und Abgaswolken, und viele sind auch um 20 Uhr noch da. Das ist ihre einzige Möglichkeit, sich und ihre Familien zu versorgen.

Inzwischen sind Freundschaften entstanden. Die Händler verkaufen mir ihre Zeitung, und ich schenke ihnen im Gegenzug christliche Flyer, Bücher und Bibeln, die sie umgehend an Freunde und Verwandte weiterreichen. Erlaubt es die Verkehrssituation, halten sie mich an und bombardieren mich mit Fragen über die Bibel. Einige besuchen ab und zu Gottesdienste. Doch viele können das nicht, weil sie auch am Sonntag arbeiten müssen. Für sie bleiben die kurzen Gespräche mit mir die einzige Möglichkeit, mehr über Gott und die Bibel zu erfahren. Mich fasziniert, zu erleben, wie diese Leute durch diese Begegnungen am Straßenrand im Glauben wachsen. Gottes Wort ist kraftvoll und verändert Menschen.

Vom Knastbruder zum Pastor
Durch unsere Fernsehsendungen, in denen wir unsere Gottesdienste und Programme ausstrahlen, erhalten wir große Resonanz. Und bis in Gefängnisse hinein verteilen wir Bibeln. Seit Jahren dürfen wir miterleben, wie manche Knastis selbst zu Leitern und Pastoren heranwachsen und ausgezeichnete Dienste tun.

Vor einigen Wochen haben wir eine Frau aus Indien kennengelernt, die kürzlich nach Sambia gekommen ist. Sie arbeitet in einem Projekt, an dem auch einige unserer Mitarbeiter beteiligt sind. Diese haben sie selbstverständlich sogleich in unsere Gottesdienste eingeladen. Seitdem taucht sie dort regelmäßig auf, obwohl sie dem hinduistischen Glauben angehört. Nach fünf Wochen erwähnt sie im Rahmen eines Gemeindefrühstücks, wie Gottes Wort beginnt, ihr Leben umzukrempeln und fügt an: »Ich brauche jetzt nur noch eine Bibel.« Da wir diesen Artikel stets auf Vorrat haben, erfüllen wir ihren Wunsch sofort und gern.

Nach dem Gottesdienst kommt sie strahlend auf mich zu, um sich zu bedanken – der Hunger nach mehr von Gottes Wort ist unverkennbar.

Und wir sind begierig, mehr Gottes Wort unter die Leute zu bringen – an den von Jesus erwähnten »Hecken und Zäunen« – und darüber hinaus eben auch am Straßenrand.

*Mitarbeiter Sambia